Worauf es wirklich ankommt

Es war ein sonniger, warmer Frühlingsmorgen. Ich hatte gut gefrühstückt und gab ordentlich was rein vom schwarzen Afghanen, rollte das Ding zu einem formschönen Trichter und schlurfte in aller Ruhe mit meinem Kaffeebecher und dem Joint zwischen den Lippen über den Flur rüber zum Schneemann, der nicht so hieß, weil er auf den Winter stand. …

Der ganz große Moment

Der dicke Patrick gab mir Rückendeckung. Er stand zwischen der Kassiererin und dem Regal mit den Fluppen, während ich die Benson & Hedges in die Jeans stopfte. Dann bezahlte er mit zittrigen Händen seine Kaugummis und es war spannend wie im Krimi, ob sie beim Kassieren Lunte roch. Ich kannte sie. Sie war sehr hübsch, …

Da krich ich ne Krise!

Hey, es gab mal Zeiten, da bemühte sich die Bahn, ihre Statistiken zu schönen. Also, wie viele Züge um wie viele Minuten zu spät seien. Ich glaube, das müssen die heute gar nicht mehr, oder? Würde ihnen doch eh keiner glauben, dass es noch pünktliche Züge gibt. In Japan sollen die Züge, wenn sie verspätet …

Legalize it!

Oh Mann. Was hatten wir früher einen Stress damit! Zum Beispiel, als Paul eines Tages ein großes Tütchen aus Amsterdam mitbrachte, voll mit hundert Samen für eine Super Skunk Zucht. „Hast Du denn genug Platz im Garten?“, fragte ich ihn. „Bei mir selbst nicht“, sagte er. „aber ich dachte mir, wir machen es wie bei …

Fünfzig Prozent

Während ich mich eigentlich nur auf die Schulbank setzte, um diesen Abiturschein nachzuholen, hatte ich kaum Zeit, dort überhaupt aufzutauchen. Drei Jahre lang sollte ich jetzt wieder in der Schulbank sitzen und ich versuchte mich dran zu erinnern, wie ich früher ums Pauken drum herum gekommen bin. Das Dilemma bestand darin, dass ich keine Zeit …

Prinzessin Esther

In der Regel strandeten wir nachts in den Kinosesseln bei Charly im Jazzkeller. Es war eines der Auffang-Siffons im Nachtleben. Saarbrücken hatte davon nicht sehr viele. Da war das Kater Carlo, die Bar im Hotel Continental, das Hinkelsnest und zwei Tanzschuppen für einsame Herzen, auf die man sich nicht verlassen konnte. Weiter draußen gab es …

Der irre Inspektor

(Weihnachtspausentext) DER IRRE INSPEKTOR Er war vom Gesundheitsamt und hatte die Restaurants zu inspizieren. Hatte immer eine große Aktentasche dabei. Da drin hatte er die Fenster-Aufkleber für Güteklasse A, B und C; zwei frische Hemden; ein sauberes Paar Socken. Tja; und dann noch was: einen Scheißhaufen. Wenn er bei einer Inspektion etwas sah, was ihn …

Hoch im Norden

„Hier steht, dass das Ticket fünfzehn Mark kostet“, rief Natalia begeistert. „Das macht sieben fuffzich für dich und sieben fuffzich für mich. Wenn wir noch drei finden, sind es nur drei Mark für jeden, das klingt doch mal ganz gut“. Unser Leben paradiesisch, aber chronisch von Geldmangel geprägt. Und das hier war ein Angebot, das …