Vom Augenblick

Vom Augenblick

 

Bild: Susanne Isensee

 

Augenblick

Im Lichte dieses Augenblicks verwandelt sich die Welt,
Und neu erscheint das Lichtermeer am ew’gen Himmelszelt,
Und während jede Dunkelheit im Lichterglanz zerfällt,
Entsteht in diesem Augenblick durch dich die neue Welt.

 

Nimm Platz!

Nimm Platz in meinen Armen,
Verwandle Zwei in Eins,
Das Licht des ewig Warmen,
Formt die Struktur des Seins.

Und formvollendet wandeln,
Wir trunken durch die Zeit,
Und formvoll trunken handeln,
Wir für die Ewigkeit.

Und deshalb wiederhole,
Ich ewig einen Satz,
Dem Lebensgeist zum Wohle:
"Nimm trunken auf mir Platz!"

 

 

Ich dachte

Ich dachte einmal, ich zu sein,
Das gibt es für mich nicht,
Die Welt ist auf den falschen Schein,
Und sonst auf nichts erpicht.

Ich dachte einmal, satt zu sein,
Das gibt es für mich nicht,
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
Was nützt mir der Verzicht?

Ich dachte einmal, gut zu sein,
Das gibt es für mich nicht,
Zieht ihr nur in den Himmel ein,
Ich steh hier vor Gericht.

Ich dachte einmal, froh zu sein,
Das gibt es für mich nicht,
Zu tanzen auf nur einem Bein,
Mit Demut im Gesicht.

Ich dachte einmal, frei zu sein,
Das gibt es für mich nicht,
Als sei ich nur ein Höhlenstein,
Der alt wird ohne Licht.

Ich dachte einmal, ich zu sein,
Das sei unendlich schwer,
Ich wusste nichts, mein Geist war klein,
Es ist schon ewig her.

 

Die Güte

Einst gab ich euch die Güte hin,
Damit ihr stets verstehet,
Dass Sonne, Mond und Lebenssinn,
Sich nicht um euch nur drehet.

Ich dachte wohl, dass ihr erkennt,
Dass Güte "gut" versteckt,
Dass nur wer sie sein Eigen nennt,
Die Liebe in sich weckt.

Ich dachte auch, dass ihr nicht strebt,
Nach Sieg und Ruhm und Ehre,
Seht ihr denn nicht, dass in euch lebt,
Viel mehr als all die Leere.

Die Güte war für euch erdacht,
Tief pflanzte ich den Samen,
Doch durch die Gier nach Eigenmacht,
Entweiht ihr meinen Namen.

Drum schaut in euer Herz hinein,
Auf dass ihr endlich findet,
Ein Samen keimt dort, zart und fein,
Der Mensch und Mensch verbindet.

 

 

 

Alle Texte: Susanne Isensee

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